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frau beim joggenJogging stärkt das Herz, schützt vor Krebs und verlängert das Leben – aber es wirkt sich auch auf das Gehirn aus, wie amerikanische Forscher in einer aktuellen Studie herausgefunden haben. Wenn wir etwas Neues lernen, erhöhen einige Synapsen (Verbindungen zwischen Neuronen) ihre Übertragungsleistung – sie arbeiten unter hohem Druck, um neue Informationen im Langzeitgedächtnis zu speichern. Dieser Prozess wird als langfristige Verbesserung bezeichnet.

Stress ist schlecht für das Gedächtnis

Wenn wir unter chronischem Stress leiden, wirkt sich dies negativ auf die synaptische Leistungsfähigkeit aus, wie Studien zeigen. Dadurch werden Menschen, die ständig gestresst sind, oft abgelenkt und sind sogar einem erhöhten Demenzrisiko ausgesetzt.

Die Forscher unterscheiden zwischen positivem und negativem Stress: Positiver Stress ist definiert als mäßiger Druck, der uns veranlasst, uns auf die jeweilige Aufgabe zu konzentrieren, unsere Leistung zu steigern und auch Glücksgefühle zu erzeugen. Andererseits gibt es negativen Stress, wenn wir das Gefühl haben, dass wir nicht mehr unter Kontrolle sind, wenn wir beispielsweise sicher sind, dass wir einen Termin nicht einhalten können, oder wenn wir seit Jahren arbeitslos sind und die Hoffnung auf einen neuen Arbeitsplatz verloren haben. Gedächtniseffekte, die in Studien beobachtet wurden, werden nur durch negativen Stress verursacht.

Mäuse haben durch laufen ein besseres Gedächtnis

Wissenschaftler der Brigham Young University in Utah wollten wissen, ob Jogging dem negativen Effekt von Stress auf das Gehirn entgegenwirken kann. Jeff Edwards Forscher arbeiteten mit Mäusen zusammen, die sie in zwei Gruppen teilten: Die Mäuse der Gruppe 1 erhielten vier Wochen lang ein Rad und gingen durchschnittlich fünf Kilometer pro Tag. Mäuse in Gruppe 2 blieben „unsportlich“, so dass sie nicht am Steuer fahren konnten.

Nach vier Wochen waren alle Mäuse von Forschern gestresst – sie mussten in kaltem Wasser schwimmen. Etwa eine Stunde nach Stresssituationen haben Wissenschaftler ihr Langzeitpotential – die Fähigkeit ihres Gehirns, Informationen zu speichern – auf ihre Funktionsfähigkeit getestet.

Die Testergebnisse waren für Sportmäuse signifikant besser als für unsportliche Mäuse. In anderen Experimenten verglichen Wissenschaftler die Leistung von gestressten Mäusen, die Sport getrieben hatten, mit anderen athletischen Mäusen, die nicht in einem Labyrinth gestresst waren – und fanden keinen Unterschied. Forscher führen dieses Ergebnis auf die Tatsache zurück, dass das Gehen das Gedächtnis der Mäuse vor den Auswirkungen von Stress schützt.

Jogging für ein gesundes Gehirn

mann beim joggenDa die Studie nur mit Mäusen durchgeführt wurde, können die Ergebnisse nicht individuell auf den Menschen übertragen werden. Die Ergebnisse einer 2016 veröffentlichten Studie legen jedoch nahe, dass Joggen auch dem menschlichen Gehirn zugute kommt: Ein Vergleich von Ausdauerläufer-Hirnscannern mit Kartoffelbänken hat gezeigt, dass verschiedene Teile des Gehirns besser miteinander verbunden sind.

Edwards glaubt, dass Jogging uns auch vor stressbedingten Gedächtnisproblemen schützen kann:“Die ideale Situation, um Lernen und Gedächtnis zu verbessern, wäre, Stress und Bewegung zu vermeiden. Natürlich können wir den Stress, den wir in unserem Leben erleben, nicht immer bewältigen, aber die Menge an körperlicher Aktivität, die wir tun, liegt in unseren Händen.

Wie sich Joggen positiv auf unser Gehirn auswirkt
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