Elektroroller waren lange umstritten und diskutiert. Nun sind sie endlich erlaubt worden und man sieht die kleinen Fahrzeuge immer häufiger im deutschen Verkehr. Kaum jemand ist sich jedoch ganz sicher, welche Regeln eigentlich für den Gebrauch gelten.

Deshalb gibt es selbstverständlich auch für Elektroroller Gesetze: Hier gilt die „Verordnung für Elektrokleinstfahrzeuge“. Außerdem ist es wichtig, Elektroscooter mit guten Testergebnissen auszuwählen, da es in den letzten Wochen des Hypes zu vielen Unfällen und Verletzungen gekommen ist. Viele Modelle werden aus China zu Spottpreisen importiert. Diese Modelle wurden noch nicht in Elektroscooter Tests getestete und zugelassene elektroroller betrachtet und auf Herz und Nieren geprüft.

Was versteht man unter einem Elektroroller?

Elektroroller, die auch wie im Englischen als E-Scooter bezeichnet werden, sind Tretroller mit elektrischem Antrieb. Sie sind wendig, klein und meistens einklappbar, wodurch sie handlich und leicht auch in einem öffentlichen Verkehrsmittel wie einem Zug mitnehmbar sind. Das Gesetz für Elektrokleinstfahrzeuge gilt weiterhin nur für Roller mit einer Lenkstange, wodurch Hoverboards und E-Skateboards ausgenommen sind.

In Deutschland sind Elektroroller seit Juni 2019 zugelassen, jedoch gibt es einige Bedingungen. Ein Elektroroller darf maximal siebzig Zentimeter breit, 140 Zentimeter hoch und zwei Meter lang sein. Außerdem dürfen das Gewicht 55 Kilogramm und die Leistung 500 Watt nicht überschreiten. Zulässige Elektroroller fahren mit maximal zwanzig Stundenkilometern. Im Straßenverkehr benutzte Elektroroller müssen außerdem zwei voneinander unabhängige Bremsen, ein Vorder-, Rück und Bremslicht sowie eine gut hörbare Glocke beziehungsweise Hupe besitzen.

Wer darf einen Elektroroller fahren und welche Verkehrsregeln gelten?

Für Elektroroller gelten grundsätzlich dieselben Verhaltensregeln wie für Fahrräder. Das bedeutet unter anderem, dass sie zunächst nur auf Radwegen und Radfahrstreifen zugelassen sind. Lediglich wenn diese fehlen, darf mit einem Elektroroller auch auf der normalen Fahrbahn gefahren werden. Auf dem Gehweg, in der Fußgängerzone sowie in einer Einbahnstraße entgegen der Fahrtrichtung dürfen Elektroroller nicht benutzt werden. Es gelten weiterhin die Fahrradampeln, falls vorhanden, ansonsten die für Autofahrer. Einen Blinker gibt es beim Elektroroller nicht, stattdessen wird die Richtung mit der Hand angezeigt wie beim Fahrradfahren.

Ein Elektroroller darf, sofern er eingeklappt ist, kostenlos in öffentlichen Verkehrsmitteln wie Zügen, Bussen und Bahnen mitgeführt werden. Aufgeklappte Elektroroller können mitgenommen werden, wenn eine eigene Extrafahrkarte für sie gelöst wird wie für Fahrräder oder Hunde. Für das Fahren eines E-Scooters ist kein Führerschein oder eine absolvierte Prüfung nötig, man muss jedoch mindestens vierzehn Jahre alt sein. Ursprünglich war auch eine Roller-Klasse ab zwölf Jahren geplant, diese wurde jedoch nicht umgesetzt.

Weitere Gesetze zu Elektrorollern: Versicherung, Unfälle und Co

Auf jedem Elektroroller darf grundsätzlich nur eine Person fahren, selbst wenn man zu zweit das zugelassene Maximalgewicht nicht überschreiten würde. Es dürfen also auch keine

Kinder auf dem Roller mitgenommen werden.

Führerscheinanfänger und Personen unter einundzwanzig Jahren dürfen einen Elektroroller nicht fahren, wenn sie auch nur eine geringe Menge Alkohol getrunken haben. Für alle anderen gelten die selben Grenzwerte und Strafen wie auch fürs Autofahren, also Bußgelder sowie Punkte in Flensburg. Als Straftat gilt beim Elektroroller das Fahren mit einem Wert ab 1,1 Promille oder, falls man durch Alkohol verursachte Ausfallserscheinungen aufzeigt, bereits ab 0,3 Promille.

Für Elektroroller muss außerdem eine Haftpflichtversicherung abgeschlossen werden. Die Haftversicherung kommt für Schäden auf, die der Roller bei einem Unfall bei Dritten verursacht. Eigene Schäden, also ein kaputter Roller oder Verletzungen am eigenen Körper, werden von der Haftpflichtversicherung jedoch nicht übernommen. Anstatt eines Kennzeichens reicht für den Elektroroller eine Versicherungsplakette, die am Fahrzeug aufgeklebt wird. Anders als bei der Versicherung sind ein Helm und ein Führerschein beim Roller keine Pflicht, das Tragen eines Helmes ist jedoch trotzdem stets ratsam.

Elektroroller als Fortbewegungsmittel im Test: Die neuen Gesetze ab 2019